• Still sein?

    Still sein?


    FundstückeStill sein, oder werden?

    Inne-halten? Innen etwas halten.
    Wer hält was?
    Jedenfalls jede Menge Worte, innen wie außen,
    drängeln, drohen, schleichen.

    Außen?
    Ist das ein Wer? Oder mehr ein  Was? Oder gar ein Wie?

    Stille besser als Laute?
    Fluss besser als Wüste?
    Tag besser als Nacht?
    Segen besser als Fluch?

    Na, wer darauf Antwort weiß möge direkt gen Himmel fliegen – nur: Was soll sie da?

  • Es geht um nichts…

    Es geht um nichts…


    Hier zunächst das für heute maximal inspirierende Zitat von Luisa Francia:
    „Es geht um nichts. Hör auf zu strampeln und zu kämpfen, sonst hörst du den Gesang des Windes nicht.“
    aus: Die magische Kunst, das Glück zu locken

    Ja ist DAS denn die Möglichkeit?
    Statt sich zu vervollkommnen, zu reinigen, zu verschlanken, zu verjüngen, statt immer kompetenter zu werden, smarter, klüger, flexibler, reicher, gelassener, erleuchteter, veganer und vor allem optimaler zu werden- also statt Workout am Morgen, Achtsamkeit am Mittag und Yoga am Abend einfach nur DA SEIN?

    Kein hehres Ziel das ruft, keine Erleuchtungsreisen, keine Absolution, nix, was zu erreichen wäre, weil alles schon hell,  befreit und eben einfach so DAS LEBEN ist?
    Wie fühlt es sich denn an, ganz innendrin, so ohne großes Ziel und Aufrag für das kleine Ego und die große Welt? Wie lebt es sich, zum Beispiel einfach in den Atem, der ja wundersamerweise fließt ganz ohne komplizierte Atemtechnik?
    Was wäre, wenn alle Bilder von Leiden, Verdammnis, Dunkelheit und Höllenqualen und natürlich auch alle Regeln und Anweisungen, dem Schrecken zu entgehen oder ihn zu überwinden, ja, wenn auch das eben nur Bilder, keine Wahrheiten, wären?
    Wenn es sozusagen nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht wäre, das Leben zu genießen? Könnten wir dann aufhören, nach immer mehr und mehr und noch mehr Geld und Macht und Zeug zu gieren und stattdessen Wind- und Waldgesang, Sonnentanz und Menschenglück genießen?

    Wenn Glück wohl hieße,
    sich am freien Atmen zu erfreuen,
    wer wollte dann noch Aktien kaufen?
    Wer würde dann nicht alles dafür tun,
    dass kein und wirklich kein lebendig‘ Wesen,
    kein Stein, kein Baum, kein Kind, kein Tier
    und auch kein Ton
    in seiner Art, im Glück zu sein
    behindert würde?

    Es könnte schön sein, überall auf dieser Welt –  und Kontinente wechseln über Meere würden Menschen, weil die Lust triebe, nicht die Not.

  • Vom Loben

    Vom Loben


    Von manchen Dingen kann mensch nicht genug haben – gelobt zu werden ist wahrscheinlich so eine Zutat, die weltweit, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion und Intelligenz einfach glücklich macht.

    Dann mal los!
    Das Rezept ist nämlich einfach nachzukochen:

    Mensch nehme

    • ein menschliches Gegenüber,
    • betrachte es wohlwollend
    • suche nach Schönem, Gefälligen, Liebenswerten
    • und äußere sich dazu im Sinne von:
      Du hast aber eine schöne Jacke an!
      Wie toll Du mit diesem Sch..-Computer umgehen kannst!
      Du hast Stil! Das gefällt mir.
      Du bist echt freundlich zu mir!
      ES macht Spaß mit Dir zu arbeiten!
      Tolle Arbeit – vielen Dank!

    Der letzte Satz mischt Lob mit Dank – eine ganz besonders angenehme und manchmal nicht ganz einfach zu bekommende Zutat.
    In diesem Sinne: Vielen Dank, dass Sie bis hierhin gelesen haben!

    Angeregt, diesen WochenTipp zu schreiben, wurde ich übrigens durch ein Posting bei Facebook zu diesem Thema:
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43029/Lob-des-Lobs
    Gut gemacht und inspirierend!

  • Gedanken anregende Zitate

    2014-12-27 17.40.41

    Es gibt Tage, an denen ich aus verschiedenen Quellen sozusagen gezwungen werde, meine eigenen Gedanken zu verfolgen, weil mich die gelesenen Worte mitten ins Herz, mitten in meine Gedankenlosigkeit oder auch mitten ins Zwerchfell treffen.

    Jedes Buch, jeder Artikel ist mir dann ein Klugheits-Geschenk und zukünftig teile ich sowohl Zitat wie Gedanken dazu an dieser Stelle.

    Blog frei für Annelie Keil aus: Wenn die Organe ihr Schweigen brechen
    (was übrigens ein wirklich saublöder Titel für dieses richtig richtig kluge Buch ist), Seite 256 ff:
    Lebenskunst ist ein Handwerk, dessen Werkzeuge wir seit der Geburt in der Tasche haben…Leben ist Liebe und darin eine experimentelle Versuchsanordnung.

    Sind Lebenskünstler nicht immer ganz besondere Leute, denen es gelingt, aus nix alles zu machen, die zufreiden sind mit dem, was sie haben, die ihre Träume leben und nicht im Traum vor sich hinstolpern?

    Was wäre, wenn wir das alle könnten? Nicht nur das – wenn wir ausdrücklich dazu geboren wären, dieses Experiment frei und mutig zu versuchen und uns nicht in Sorgen um Lebensversicherungen, Tarifverträge und Kücheneinrichtungen verlieren würden?

    Was, wenn wir wirklich beginnen zu experimentieren und neugierig auf den Ausgang warten – der nicht festgeschrieben sein kann, sollte es denn ein echtes Experiment sein?

    Die Idee könnte den ein oder anderen Nach-Gedanken gut vertragen – vor allem könnte jedermensch in eigener Manier versuchen, was es denn hieße, LebenskünstlerIn zu sein und wie es denn aussähe, das Werkezug dazu, das wir ja in der Tasche haben.

  • diese farben

    diese farben


    herzlicht
    verflirrend blass,
    unverschämt und grell und grau.

    auch ton geworden;
    augenton

    statt wort ein seelenfühl und tanzgetüm
    und jubeln. viel.

    so viel stark,
    so viel schön
    fast hielt ich’s nicht aus,
    das bunt.

    20150222_104150


  • Das Thema:

    Vier Männer, deren Tun weltweit bekannt ist und für engagiertes Handeln steht, lassen die LeserInnen an ihrer Sicht auf die Welt und darauf, wie diese denn wohl etwas friedlicher und besser werden kann. Dabei ist der Ansatz bei allen gleich: Weil wir Menschen die Welt prägen und verändern und weil wir dies gerade bezogen auf ökologische und soziale Aspekte auf wenig erfreuliche Weise tun, kann eine Veränderung nur geschehen, wenn genau wir Menschen uns verändern. Und das kann immer nur innen stattfinden, in jeder Einzelnen – so weit die These.

    Das Besondere:

    Alle vier Männer (leider ist keine Frau dabei) beschreiben ihren eigenen Weg, wie sie selbst Veränderung in sich beginnen- sie öffnen ihre Schatztruhe und zeigen den Lesern, was sie inspiriert, was ihnen Mut macht, welche Projekte sie begeistern und geben jeweils drei sehr einfache Tipps zum „Sich-selbst-verändern“

    Empfehlenswert weil:

    Das Buch ist leicht zu lesen, enthält sehr viele Hinweis und Quellen vor allem bezogen auf Forschungsergebnisse zu Achtsamkeit und Mitgefühl – außerdem macht das Buch Mut, angesichts in der Tat nicht einfacher Umstände dorthin zu gehen, wo sicher, real und sozusagen in der Gegenwart, also sofort, etwas zu verändern ist: Im eigenen Inneren.

    Empfehlenswert für:

    Alle, die nicht verzweifeln, sondern hoffen wollen, auch für alle, die Inspiration benötigen und für alle, die viele Adressen und Empfehlungen zu Weltverbesserungs-Projekten suchen.
    Big Points:

    Dicke Punkte gibt es für die persönliche Ansprache, die vielen kleinen Zitate und Empfehlungen und für den Mut-Mach-Bonus, Abzug für den verschwenderischen und gar nicht ökologischen Umgang mit Papier, denn die Buchstaben sind groß und die Seitenränder breit – deshalb ist auch der Preis mit 19,99 als gebundene Ausgabe ein wenig hoch.

    Christophe Andre, Jon Kabat-Zinn, Pierre Rabhi, Mathieu Ricard
    Wer sich verändert verändert die Welt
    Kösel Verlag

  • Facebook ist eine Zecke…oder?

    Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es uns allen irgendwie ziemlich egal ist, wie wir ausgespäht, benutzt und letztlich verkauft werden. Statt einer Welle von Kündigungen plätschert der Datenstrom munter weiter, weil wir uns alle so sehr an die netten kleinen Arbeitsunterbrechungen und Zwischendurchunterhaltungen gewöhnt haben.

    Gleiches gilt für Whatsapp – obwohl es Anbieter wie Threema gibt, die ausdrücklich darauf verweisen, dass sie keine Daten sammeln…sind nur wenige bereit, die € 2,- für die App zu zahlen – weil, ja weil ja Whatsapp und Facebook und Google und Instagram UMSONST sind…und so gut gemacht und so einfach und so schön und vor allem: So weit verbreitet!

    Nur umsonst sind sie natürlich nicht – womit sonst würden sie ihre Milliarden scheffeln wenn nicht mit unseren, leicht um die Ecke abgeschleppten Daten.

    Manchmal frage ich mich, was ich sagen werde, wenn mich in 10 Jahren, im Zustand kompletter Datentransparenz für Wirtschafts- und Politzwecke, jemand fragt, warum ich mich denn nicht gewehrt habe…wir hätten doch sehen müssen, was da passiert….

  • Zahlen statt Worte


    Männer und Frauen Zahlen

    Anzahl der Tage 2010, für die Männer ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 85

    Anzahl der Tage 2010, für die Frauen ein Hochdruckpräparat verschrieben bekamen: 40

    Anteil der Männer 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 5

    Anteil der Frauen 2012, die wegen einer Suchterkrankung behandelt wurden in Prozent: 2

    Anteil der übergewichtigen Männer insgesamt 2012 in Prozent: 65

    Anteil der übergewichtigen Frauen insgesamt 2012 in Prozent: 50

    Anteil der Männer 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 20

    Anteil der Frauen 2012, die ihre Arbeit als gesundheitsschädlich wahrnehmen in Prozent: 14

    Anteil der Männer 2012, die an Gesundheitskursen teilnehmen in Prozent: 20

    Anteil der Männer 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

    Anteil der Frauen 2012, die gern glücklich wären, in Prozent: 100

    Quellen. Deutsches Ärzteblatt, Robert-Koch-Institut

  • Was bitte ist ein Fund-Gestückeltes?

    Tja, als das Wort in die Tastatur rutschte, hatte ich wohl eine Mischung aus Fundstück und Gestückeltem im Kopf, wobei das Gefundene sowohl inwendig, also als Gedanken-Stück, oder  äußerlich, als tatsächlich Gehörtes, Gesehenes oder Gefundenes auftauchen kann.

    Solche „Stücke“ begegnen mir manchmal im Sekundentakt, was meist lästig, manchmal interessant und ganz selten richtig spannend ist.

    Diese Seite sammelt also zukünftig solches – mal sehen, was draus wird….

  • Sozusagen ein guter Vorsatz: Das WIE vor das WAS zu setzen

    Wenn Theorie und Praxis, Klugheit und Witz, spannender Inhalt und gute Form zusammenkommen, entstehen gute Bücher. WIE vor WAS ist eines davon.

    Es ist keine neue Erkenntnis, dass unsere innere Haltung die äußeren Geschehnisse formt und dass es deshalb eine gute Idee ist, sich dem Innen zuzuwenden.
    Karl-Ludwig Leiter findet über das Formelhafte „WIE vor WAS“ einen Filter, durch den er so unterschiedliche Dinge wie Besitz, Spiritualität, Regeln, Sexualität, Angst oder schickt – dadurch entsteht ein neuer und ungewohnter Blick auf Vertrautes, das WIE tritt hinter dem oft so überbetonten WAS hervor.

    So wird schnell deutlich, dass Geld, Besitz, Erleuchtungserfahrung oder Wissen nicht unbedingt Glückszutaten sind – ihnen gemeinsam ist ein materielles WAS, sie sind zähl- und vorzeigbar, äußern sich in Symbolen, Orden und Roben. Ob sie aber glücklich machen und allgemein nützlich sind, hängt nicht damit zusammen, dass es sie gibt, sondern allein damit, WIE der Umgang damit ist.

    Die Intention des Buches ist deutlich: Es ist ein freundlich-bestimmter, nicht zu überlesender Appell sich dem WIE zuzuwenden – und weil wir alle so sehr mit dem WAS beschäftigt sind, gibt Karl-Ludwig Leiter auch gleich einen Rat mit dazu, wie denn mehr Wie in unser Leben zu holen ist: Durch Nichts-Tun!
    Er plädiert uneingeschränkt dafür zu meditieren – regelmäßig, konsequent und mit der Absicht, präsent im Geist und freundlich im Herzen zu werden, um die Unterscheidung zwischen WIE und WAS so oft wie möglich zu bemerken.

    Der Autor ist ein Meister des eindrucksvollen Beispiels, erzählt viele Geschichten aus seinem eigenen Leben, um die Absurdität des menschlichen Suchens (WIE) nach Sicherheit (WAS) nicht nur unterhaltsam, sondern auch berührend zu beschreiben. Seine Geschichten sind die eines ganz normalen Menschen und dennoch besonders, weil er sich schon früh aufmachte, den Stein der Weisen (WAS) in allerlei spirituell-ökologischen Projekten (WIE) zu suchen. Dabei entsteht zeitweise das das Gefühl, er habe keinen Joint, keine Indienreise und kein Öko-Experiment ausgelassen – ihn dabei rückblickend zu begleiten ist amüsant und spannend zugleich.

    Dass Karl-Ludwig Leiter dann bei Chögyam Trngpa Rinpoche landete und von ihm als einer der wenigen Europäer als Meditationslehrer autorisiert wurde, zeigt: Hier schreibt einer von Dingen die er inwendig kennt. Das macht Mut, alle Wege zu gehen, die uns hilfreich erscheinen, wenn sie denn nur weniger nach dem WAS, dem zählbaren Ergebnis, als nach dem WIE, der Art und Weise fragen.

    Karl-Ludwig Leiter, Wie vor Was
    Die Zauberformel für Zufriedenheit und Zuversicht
    Arcana Verlag 2014