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In einem Chor zu singen
ist eine ziemliche Passion.Den Tönen
miteinander
Raum zu geben;
sie zu verweben
– lassen
ist mehr, als einfach nur Gesang.In einem Chor zu singen
heißt
sich stimmlich zu verbinden.
Und das ist
wenig heilig oder esoterisch,
ganz schlicht –
ein Muss.Heißt auch;
sich zu verschenken,
den eignen Ton und sich gleich mit
für den Moment.Das heißt wohl
immer so und so,
doch meistenteils:
In einem Chor zu singen
ist auch
und immer wieder neu –
ziemliche Passion. -

mache ich mich mal vom Acker. Ich gehe einfach, mute mir und allen andern zu, dass Wegsein geht. Ich weiß nicht, was es machen wird mit mir und doch, ich ahne, sehne, dass ich die Taubheit aus der Filterblase vom Blattgeflüster trösten lassen kann.
Ich suche Erde, Höhle, Dunkelheit und mache mal das Licht aus. Kurz, dann länger, vielleicht auch noch den weiteren Moment, der fast den Atem nimmt. Auch den nehm‘ ich dazu.
Ach, rede ich wohl immer noch.
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Es gibt verschiedene Kategorien von Büchern (hier eine Auswahl):
- die Anspruchsvollen: schwer zu lesen, inhaltlich erbaulich
- die Schmöker: sprachlich grenzwertig bis zum gerade noch Erträglichen, unterhaltsam und spannend
- die Schmonzetten: sprachlich ud inhaltlich seicht und nur als Notration in langen Nächten aushaltbar
- die Literarischen: sprachkunstvoll, oft nahrhaft bis zur Überforderung
- die Verkopften: in denen alles stimmt aber wenig berührt
- und die einfach Guten: sprachlich einwandfrei bis erbaulich, von leichter Hand erzählt, von echten Menschen oder auch ganz groß phantastisch – im Fluss erzählt, mit undenkbaren Überraschungen, Grautönen, hell und dunkel, mit Liebe drin und Hass und echtem Leben – und doch nie ganz in Schwarz.
Eins aus der letzten Kategorie, ist für mich „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwast…ein Inder schreibt über Italiener, über ureigene italienische Eismacherkunst, über Fremdsein, Familiendramen, Leidenschaften, über Poesie und die Liebe und die Liebe und das Leben und das alles im Fluss und doch poetisch, überraschend sowieso.
Ernest van der Kwast
Die Eismacher
Random House
19,99 -

Landkarten
zeigen
Gegenden
abstrakt.Ein blauer Strich ist Fluss,
ein braun-gebogener die Höhe,
das helle Grün ein Wald.Modern ist
Satelitten um die Welt zu schicken.
Mit Fluss und Höhe und natürlich grünem Wald.
Abstrakt.
In Echtzeit.Die Regenjacke
zu vergessen
ist
mit Karte oder Satellit:
In echt nass. -

Einen Tag danach, ein bisschen schwer in Kopf und Herz. Da sitzen wir, die Aufrechten, Linken, Grünen, VeganerInnen, Ökos, CarsharerInnen und Emanzen, SozialistInnen, Grundeinkommens-BefürworterInnen, Anti-AkWlerInnen, die bunten Schwulen und Lesben und Transgenders und alle, die mit Kunst und Kultur und Kommunismus mehr auf Du und Du, sind als mit Karierre und Konsorten, da sitzen wir alle etwas desillusioniert am Montagstisch.
Und, ganz im Geheimen, sind wir gewiss, dass unsereins (siehe oben), es wirklich, also objektiv, für alle Menschen geltend, besser weiß. So ziemlich alles.
Denn…wären alle wie wir, gäbe es keinen Klimawandel, keinen Krieg, kein Schweinefleisch und wahrscheinlich auch kein Abitur mehr – nur freie, friedliche, nette, alles verstehende Menschen in einer Art Grünen-Paradies.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es mir da gut gefallen würde.
Können wir uns gerade heute nicht mal freuen, dass wir so lebendig waren, sind und hoffentlich sein werden in diesem durch und durch demokratischen Land, in dem alle zetern und schimpfen und lamentieren dürfen, wie immer es allen einfällt. Und in dem es sehr sehr unterschiedliche Arten zu leben geben darf und soll.
Da bleibt die kleine Ahnung, dass wir uns kümmern müssen. Um uns. Um unsere Weltwahrnehmung. Denn ziemlich sicher wäre es ganz gut, mehr hinzuhören, weniger eng zu sehen, die Gartenzwerge nicht so laut zu verlachen, sondern zu fragen: Was gefällt dir denn an diesem Zwerg so gut?
P.S. Was niemals heißen darf, dass Lebewesen-Verachtendes gleich welcher Art auch nur ansatzweise toleriert werden darf. Nicht ansatzweise. Nie.




